Straßenmüll ärgert Gastronomen 

Kellner in Köln sind genervt. Ihre Arbeit ist schon stressig. Immer öfter müssen sie dazu noch Müll vor dem Laden aufsammeln. Kellnerin Sarah erzählt.  

Samstag, 12.02 Uhr. Im Restaurant „Funkhaus“ in Sichtweite des Kölner Doms ist jeder Tisch besetzt. Sarah beobachtet, dass sich draußen eine lange Schlange bildet. Mit schnellen Schritten tägt sie einen Kaffee auf dem Tablett, stellt ihn vorsichtig ab und dreht sich um. Auf dem Nebentisch steht ein leerer Kuchenteller. Sarah bringt ihn in die Küche. Die Automatiktür geht auf, sie verschwindet kurz und noch bevor die Tür sich wieder schließt, taucht Sarah mit einem Teller Trüffelpasta auf. Auf dem Weg zum Gast leitet sie noch schnell ein ankommendes Pärchen zu einem Tisch an der Terrassentür.     

Zufällig schweift ihr Blick nach draußen. Eine umherfliegende Brottüte hat sich zwischen den Beinen eines Stuhles auf der Café-Terrasse verfangen. „Irgendwas liegt immer rum!“, flucht sie. Und noch mehr Müll. Eine Bierflasche, ein platt-getretenes Gebäck und zahlreiche Zigarettenstummel. Sarah seufzt: “Und das trotz Aschenbechern für die Kunden”. Sie bittet ihren Kollegen, schnell einen Besen zu holen.    

Sarah arbeitet seit acht Jahren im Café-Bar-Restaurant “Funkhaus”. Mittlerweile ist sie stellvertretende Restaurantleiterin. Oft ist sie deswegen im Büro. Aber heute muss sie mit anpacken. Das Restaurant ist rappelvoll. Manche Kunden wippen mit dem Fuß, blicken mehrfach auf die Uhr und schauen sich nach ihrem Essen um.     

Genauso wie andere deutsche Großstädte, leidet Köln stark unter der Verschmutzung von Innenstadt und Siedlungen. Eine Umfrage der Stadt macht deutlich: Für etwa ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger sei die Sauberkeit Kölns größtes Problem. Vor allem in den Fußgängerzonen schieben sich jeden Tag Massen an Touristen und Bewohnern durch. Viele von ihnen hinterlassen Müll – versehentlich oder manchmal auch mit Absicht. Das bekommt auch die Gastronomie zu spüren. Der Erfolg eines Restaurants hänge stark mit seinem Erscheinungsbild zusammen. Aber Sarah weiß: Egal wie oft sie sauber macht. Neuer Müll taucht immer und immer wieder auf.    

14.00 Uhr. Geschafft. Sarah hat Feierabend. Kunden verlassen das Café, plaudern und lachen. Sarahs Mundwinkel gehen nach oben. Dann zieht sie ihre Augenbrauen zusammen. An jedem einzelnen Tag sei viel zu tun. Das gehöre zum Alltag. Aber dass sie andauernd Müll vor dem Restaurant vorfindet, nervt sie. Sie erzählt: “Wenn den Leuten etwas runterfällt, heben sie es nicht auf. Vielleicht merken sie es nicht oder wollen es nicht aufheben.” Sie sagt, es sei aber auch ein strukturelles Problem. Auf ihrem Arbeitsweg habe sie drei überfüllte Mülltonnen gesehen. In der Nähe des Cafés gäbe es nur einen Mülleimer. Sie wendet dem Kölner Dom den Rücken zu und sagt: “Köln hat ein Müllproblem.”   

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